Gender Differences in Learning Difficulties (LD): Prevalence and Comorbidities.

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Title: Gender Differences in Learning Difficulties (LD): Prevalence and Comorbidities.
Alternate Title: Geschlechtsunterschiede bei Lernschwierigkeiten (LD): Prävalenzen und Komorbiditäten.
Authors: Poltz, Nadine1 (AUTHOR) nadine.poltz@uni-potsdam.de, Ehlert, Antje1 (AUTHOR), Wagner, Luisa1 (AUTHOR), Kohn, Juliane2 (AUTHOR), Kucian, Karin3 (AUTHOR), Quandte, Sabine2,4 (AUTHOR), Wyschkon, Anne5 (AUTHOR), von Aster, Michael6 (AUTHOR), Esser, Günter2 (AUTHOR)
Source: Lernen und Lernstörungen. 2025, Vol. 14 Issue 3, p145-156. 12p.
Subject Terms: *Children with learning disabilities, *Achievement tests, *Second grade (Education), Odds ratio, Combined ratio
Abstract (English): Abstract:Background: Learning difficulties (LD) frequently co-occur with emotional and behavioral problems. Method: We analyzed the prevalence rates of LD (assessed with standardized achievement tests) and psychopathological problems reported by parents regarding the children's gender in a large German epidemiological sample of 1264 second graders (53% boys). Results: The prevalence of LD in one or more learning domains was 19%; psychopathological problems were reported for 8% of the sample. Regarding gender differences, there was a significant overrepresentation of girls with arithmetic difficulties and of boys in spelling and – marginally – combined reading and spelling difficulties. Compared to children without LD, girls with combined spelling difficulties showed significantly higher odds (than boys) for psychopathological problems (odds ratio for combined arithmetic: 1.7; combined reading: 2.8). The odds ratios for conduct problems were particularly higher for girls with isolated arithmetic difficulties (2.9) and combined spelling difficulties (up to 3.7). The probability of comorbid psychopathological problems was three times higher for children with LD than for their unaffected peers. Children with arithmetic disorders (isolated and combined) were the most affected by additional behavioral, emotional, or attentional problems (up to 32%). Discussion: The results highlight the gender-specific odds ratios for learning difficulties and co-occurring behavioral problems. They emphasize the need for psychopathological assessment of children with LD. [ABSTRACT FROM AUTHOR]
Abstract (German): Zusammenfassung: Hintergrund: Lernschwierigkeiten (LD) sind weit verbreitet. Unter Anwendung eines Cut-off-Kriteriums von einer Standardabweichung unter dem Populationsmittelwert zeigen nahezu 25% der Schulkinder Schwierigkeiten in mindestens einem Lernbereich. Eine differenzierte Betrachtung von isolierten LD (z.B. isolierte Leseschwierigkeit) und von LD in mehr als einem Lernbereich offenbart unterschiedliche Prävalenzraten und Geschlechterverhältnisse. LD treten häufig zusammen mit psychopathologischen Problemen auf. Die Wahrscheinlichkeit von komorbiden emotionalen, sozialen oder Verhaltensproblemen ist bei Kindern mit LD vierfach erhöht. Die häufigste komorbide Diagnose ist Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung. Bisherige Studien fassten unter den Begriff der Lernschwierigkeiten unterschiedliche Lernbereiche zusammen oder erhoben nur einen akademischen Leistungsbereich und verglichen diese mit Kindern mit durchschnittlichen Lernleistungen. Daneben wurden verschiedene psychopathologische Symptome (internalisierende vs. externalisierende) in variierenden Stichproben (epidemiologisch vs. klinisch) unterschiedlich erhoben (Symptomfragebögen vs. Klinische Diagnosen). Ein weiterer wichtiger Faktor für die Ermittlung von Prävalenzen ist das Geschlecht, da sowohl die verschiedenen LD als auch psychopathologische Symptome bei Jungen und Mädchen unterschiedlich häufig beobachtet werden. Die vorliegende Studie soll daher (1) die Prävalenzen psychopathologischer Symptome bei Kindern mit verschiedenen LD vergleichen mit Kindern mit unauffälligen Schulleistungen. Zusätzlich soll untersucht werden (2) ob Geschlechtsunterschiede in Bezug auf Komorbiditätsraten vorliegen. Methode: In einer großen deutschen epidemiologischen Stichprobe von 1264 Zweitklässlern (52% Jungen) wurden die Leistungen im Lesen, Schreiben und Rechnen mittels standardisierter Leistungstests erhoben. Eine LD wurde diagnostiziert bei einer Leistung von 1.5 Standardabweichungen unter der Klassennorm. Kinder mit einer Leistung kleiner 2 Standardabweichungen in der allgemeinen Intelligenz wurden von den Analysen ausgeschlossen. Psychopathologische Symptome wurden mittels des Strengths and Difficulties Questionnaires (SDQ) erhoben. Ergebnisse: Die Prävalenz einer LD in einem oder mehreren Leistungsbereichen lag bei 19%; über psychopathologische Probleme berichteten die Eltern von 8% der Stichprobe. Die Wahrscheinlichkeit für komorbide psychopathologische Probleme war bei Kindern mit LD dreimal so hoch wie bei ihren nicht von einer LD betroffenen Peers. Kinder mit Rechenschwierigkeiten (isoliert und kombiniert) waren am stärksten von zusätzlichen Verhaltens- oder emotionalen Problemen oder Hyperaktivität betroffen (bis zu 32%). Mädchen waren signifikant häufiger von Rechenschwierigkeiten, Jungen signifikant häufiger von Rechtschreibschwierigkeiten und tendenziell auch von kombinierten Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten betroffen. Daneben zeigten sich geschlechtsspezifische Besonderheiten: Insbesondere Verhaltensprobleme traten bei Mädchen mit LD (im Vergleich zu Jungen) erhöht auf. Im Vergleich zu Kindern ohne LD wiesen Mädchen mit Rechenschwierigkeiten (isoliert und kombiniert) eine höhere Wahrscheinlichkeit (im Vergleich zu Jungen) für komorbide Verhaltensprobleme auf (Odds Ratio [OR] für isoliert 2.9, für komorbide Rechtschreibschwierigkeiten 2.3, für komorbide Rechtschreib- und Leseschwierigkeiten 3.7). Daneben zeigten Mädchen mit kombinierten Rechtschreibschwierigkeiten eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit (im Vergleich zu Jungen) für komorbide psychopathologische Probleme (OR = 1.7 für kombinierte Rechen- und Rechtschreibstörungen; 2.8 für kombinierte Rechtschreib- und Lesestörungen, 1.9 für kombinierte Rechen-, Rechtschreib- und Leseschwierigkeiten). Diskussion: Die ermittelten Prävalenzen, Geschlechterverhältnisse und Komorbiditätsraten der untersuchten LD bestätigen und ergänzen bisherige Befunde in der Literatur. Die eigenen Ergebnisse betonen, dass Kinder mit LD, insbesondere aber Kinder mit Rechenschwierigkeiten (isoliert oder komorbid zu weiteren LD) deutlich häufiger von psychopathologischen Symptomen betroffen sind als Kinder mit unauffälligen Schulleistungen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer psychopathologischen Untersuchung aller Kindern mit LD und die Berücksichtigung dieser Besonderheiten vor allem in der schulischen Förderung. Die erhöhte Auftretensrate von psychopathologischen Problemen bei Kindern mit LD verdeutlicht jedoch auch den Bedarf an früher, im besten Fall präventiver Diagnostik und individualisierter Förderung von Lernschwierigkeiten, um langfristige negative Effekte zu verringern oder gar zu verhindern. Die Ursachen für die gefundenen geschlechtsspezifischen Besonderheiten in Prävalenz- und Komorbiditätsraten sollten zukünftig gezielt untersucht werden. In diesem Zusammenhang braucht es mehr Klarheit zu den Inhalten und der Effektivität schulischer Unterstützungsangebote für Mädchen und Jungen mit LD. [ABSTRACT FROM AUTHOR]
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